Montag, 8. Dezember 2014

Der Vorhang ist gefallen

Der Vorhang ist gefallen, die Darbietung zu Ende!
Zwar endet mit dem heutigen Tag mein Arbeitsverhältnis mit Eurosport, jedoch fehlt zum endgültigen Abschluss meines Praktikums noch mein Zeugnis und auch das Resultat meiner Praktikumsarbeit.
Diese werde ich am Mittwoch fristgerecht in zweifacher Ausführung einreichen und im Februar nach der dazugehörigen mündlichen Prüfung dann meine Note erhalten. Da diese 20 Prozent der Gesamtnote bedeutet, habe ich mir als Ziel gesetzt, eine 1 vor dem Komma zu erhalten. Ob es klappt oder nicht, erfahrt ihr selbstverständlich.

Was bleibt nun noch zu sagen?
Nun die letzte Arbeitswoche war eine außerordentlich kurze, aber dennoch schöne. Alles ist so seinem Ende entgegengetrudelt. Ich habe meinen Nachfolger eingearbeitet, der sicher auch seinen Job vernünftig machen wird. Zumindest hat er eher selbstständig angefangen zu telefonieren. Ich habe nur noch halbtags gearbeitet, da ich noch 3 1/2 Urlaubstage zu verjubeln hatte. Dass ich diese noch übrig hatte, sagt alles über meine Zeit und mein Verhältnis zum Arbeitgeber: es war annähernd perfekt und die Zeit so kurzweilig, dass ich gar keinen Urlaub nehmen wollte.
In dieser Woche taten die halben freien Tage jedoch gut, da ich rechtzeitig packen konnte und die letzten kleinen Tasks noch unter den Hut bekam.
Sehr schön war auch die Weihnachtsfeier mit den Kollegen von Discovery im Glockenbach am Sendliger Tor. Selten löste sich meine Skepsis innerhalb so kurzer Zeit auf. Die Feier war rundum gelungen, darf man sagen - klar, wenn sich noch 40 Leute um 2 Uhr beschweren, dass schon die Musik abgedreht wurde. Mir kam es am Folgetag auch nicht ungelegen, dass ich erst nach dem Mittagessen meine letzten Stunden im Office verbringen sollte.

Den Kracher schlechthin brachte ich scheinbar ungewollt am Tag zuvor, als ich vom Account der nicht mehr bei uns angestellten französischen Mitarbeiterin Marie eine Abschieds-Email schrieb. Fast jeder wunderte sich über die ausschweifenden Abschiedsworte und Formulierungen, bis er meinen Namen am Ende las. Um es mit meinem Chef zu sagen: ich wusste mal wieder, wie ich Aufmerksamkeit provozieren und mich gut verkaufen könne.

Ich kann mich auch nur noch einmal wiederholen und herzlichst danke für die tolle Zeit mit den netten Kollegen und vielen lustigen und schönen Erinnerungen sagen. Dass auf der Weihnachtsfeier unser inoffizieller Büro-Hit 2014 "Wiggle" gespielt wurde, passte einfach nur perfekt in die Chronologie der Ereignisse. Die schöne Atmosphäre und die stets auf sehr hohem Niveau gemachten Wortwitze werde ich ebenso vermissen wie die Probleme mit der Kaffeemaschine oder das plötzliche "Eurosport" (Betonung einzigartig) unserer Off-Stimme. Ich hoffe, das gesamte Inventar (nur den Serverraum nicht, aus dem bisher noch niemand lebend zurückgekehrt scheint) und damit auch alle Kollegen in naher Zukunft wiederzusehen - alle sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Mein Fahrplan bis Weihnachten sieht noch eine Zimmerneugestaltung, sieben Vorlesungen, drei Tage in Leipzig beim wunderbaren Kollegen Roman Knoblauch, sowie eine Hochzeitsfeier vor. Ich möchte gar nicht verheimlichen, dass mir das Mittendrin-sein bei Eurosport fehlt, dennoch werde ich wie vor meiner Zeit weiterhin so begeistert diese Sender schauen. Es ist aber natürlich auch schön, wieder bei meiner großen Familie zu sein, denn auch die ist natürlich in meinem Herzen. Im Grunde habe ich jetzt zwei Familien, so fühlt es sich zumindest an.
Beide machen wir ständig Mut, genauso weiterzumachen wie in den letzten 2-3 Jahren, dann wird es auch etwas mit meinen Träumen. Und wie schnell es gehen kann, hat eine kleine slowenische Skispringerin am Wochenende gezeigt, als sie die Welt überraschte und ihren ersten Weltcupsieg setzte. Als erste Slowenin und erst neunte Springerin überhaupt.
Also liebe Freunde, seid euch sicher: der Verrückte, der hier schreibt, gibt weiter tagtäglich Gas und ist bereit, in die zweite Hälfte seines Bachelor zu gehen!