Montag, 13. April 2015

Der Endspurt ist nichts für schwache Nerven

Hallo Leute,
ich muss ehrlich zugeben: dass es so ruhig in diesem Blog geworden ist, liegt natürlich ausschließlich an mir. Im nun abgelaufenen Winter ist es bei mir schwierig, mich abseits des Skispringens zu bewegen und deshalb gab es seit Jahresbeginn nicht viel Material für diesen Blog hier.
Das bedauere ich selbst am Meisten, denn mir macht das Bloggen sehr viel Spaß - noch dazu, wo ich so viele positive Reaktionen erhalte.
Das Eurosport Life ist ja seit dem 8. Dezember (vorläufig) erstmal vorbei, aber das heißt ja nicht, dass ich gleich hier die Schotten dichtmache. Im Gegenteil: ich schreibe gerne weiter! Und zwar heute über die bundesweite Fußballsensation Arminia Bielefeld und wie ich sie sehe.

Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, mein Verein würde im DFB-Pokal-Halbfinale stehen, wäre meine erste Reaktion gewesen, dieser Person den Vogel zu zeigen. Das hätte ich kategorisch ausgeschlossen. Weil a) die Liga das tägliche Brot sein würde und b) es sicher vier Mannschaften in Deutschland gäbe, die besser sind als der DSC. Meine zweite Reaktion wäre dann die Frage nach dem Saisonverlauf in der Liga gewesen. Und wenn der Verein als Gegenleistung für den Erfolg im Pokal in der 3. Liga hätte bleiben müssen, hätte ich umso heftiger protestiert.
Arminia gehört mindestens in die zweite Liga und ich schreibe hier das, was ich seit Saisonbeginn gesagt habe: mit diesem Kader wäre es gar nicht erst zur Rückkehr in die 3. Liga gekommen - der Klassenerhalt in Liga 2 wäre geschafft worden.

Aber es hilft ja nichts, es sind noch sechs harte Liga-Spiele - da spielt das Pokal-Halbfinale erst einmal eine völlig untergeordnete Rolle - wenn nicht sogar gar keine bis nach dem Auswärtsspiel in Erfurt. Dass die Liga ein verdammt hartes Brot ist, trat am vergangenen Samstag wieder zu Tage. Und die Spieler sahen vollkommen ein, dass die Leistung nicht ausreichend war, um Dynamo Dresden zu schlagen. Drei Torchancen in 90 Minuten waren zu wenig, ganz gleich ob Schiri Osmers nun einen lachhaften Elfer gegen und keinen - obwohl deutlich klarer - für Arminia gab. Diese Pokalschlachten gegen Erstligaclubs führten immer zu Punktverlusten im darauffolgenden Ligaspiel. Seit Mitte Februar gewann der DSC zudem kein Auswärtsspiel mehr.

Es ist also nicht alles Gold, was in der Tabelle zu glänzen scheint. Vielmehr noch: es wird trotz nur noch vier Teams im Aufstiegsrennen bis zum Ende spannend bleiben. Eine Vorentscheidung könnte das Heimspiel gegen Holstein Kiel bringen, das am 2. Mai auf der Bielefelder Alm steigt. Besiegt man den ärgsten Verfolger, sollte man sich keine Sorgen mehr um den Aufstieg machen müssen. Voraussetzungen dafür sind aber auch ein Sieg gegen Münster und in Erfurt. Gegen die Preußen hat es schon lange nicht mehr zu einem Dreier gereicht - jetzt käme der gerade recht. Zumal auch die Personallage ein wenig angespannt ist. Felix Burmeister fehlt mindestens drei Spiele gesperrt, bei Julian Börner melden sich immer noch die Adduktoren. Für Comebacker Manuel Hornig käme ein Startelfeinsatz zu früh. Bei ihm ist es ohnehin ein Wunder, dass er schon wieder im Kader steht. Genauso wundere ich mich jedes Mal über die Einsatzzeit für Koen van der Biezen. Das Spiel gegen Energie Cottbus war für mich der beste Beweis, dass er nicht der zweite Stürmer sein kann.

80 Minuten lang war von ihm kaum etwas zu sehen. Und wenn dann waren es Ballverluste, Meckereien mit Gegenspielern und Schiedsrichtern oder Anwesenheit am falschen Ort. Seitdem er da ist leide ich noch viel mehr mit Pascal Testroet. Ich weiß beim besten Willen nicht, wieso er so selten im Kader steht, dabei ist er keinen Deut schlechter als der Niederländer. Auch das wurde gegen Cottbus deutlich: in den 10 Minuten strahlte er mehr Präsenz, bessere Bindung zum Spiel und Lust am Fußball aus. Er hatte sogar eine Großchance, die er mit mehr Spielpraxis sicher auch nutzt und leitete das 3:0 ein. Verschwörungstheoretiker in Ostwestfalen meinen ja, van der Biezen sei dem Karlsruher SC, von dem er hierher wechselte auf dem Leim gegangen und nun Part eines "Tauschgeschäfts": der vom KSC ausgeliehene Dennis Mast hat sich prächtig entwickelt, ist Leistungsträger und der Verein will ihn unbedingt halten. Da kommt nach Meinung der Theoretiker van der Biezen ins Spiel: Mast darf in Bielefeld bleiben (gegen Ablöse, versteht sich), wenn man den Störenfried aus den Niederlanden übernimmt.
Ich bin zwar überhaupt kein Freund von solchen Theorien, in dem Fall hoffe ich aber, dass sie war ist. Denn ich kann beim besten Willen keine fußballerischen Argumente finden, weshalb der DSC van der Biezen geholt hat.

Wie dem auch sei: ich glaube daran, dass die Mannschaft und - nicht zu vergessen - der Trainer wissen worum es geht und das gesteckte Ziel erreichen werden. Und ich glaube auch daran, dass in der Abschlusstabelle wiedergegeben wird, wer den besten Kader in der 3. Liga hat: nämlich die Arminia. Es passt einfach.
Ich bin immer dabei, ob nah oder weit - bis in die Ewigkeit. DSC allez!!